{"id":1809,"date":"2020-05-25T08:58:21","date_gmt":"2020-05-25T07:58:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ayurweda.de\/?p=1809"},"modified":"2023-03-10T11:23:32","modified_gmt":"2023-03-10T10:23:32","slug":"gicht-eher-genetik-als-ernaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.ayurweda.de\/?p=1809","title":{"rendered":"Gicht &#8211; eher Genetik als Ern\u00e4hrung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das British Medical Journal (BMJ) ver\u00f6ffentlichte im Jahr 2018 eine Metaanalyse (d.  h. Ergebnisse andere Studien werden neu ausgewertet und miteinander verglichen) aus Neuseeland, die feststellte, dass erh\u00f6hte Harns\u00e4urewerte bei Gesunden, im Alter zwischen 30 und 59 Jahren, in nur weniger als 1\u00a0% der F\u00e4lle auf Ern\u00e4hrung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Etwa 20\u00a0% der Bev\u00f6lkerung habe einen erh\u00f6hten Harns\u00e4urewert. Also 1\/5 der gew\u00e4hlten Bev\u00f6lkerung, Amerikaner europ\u00e4ischer Abstammung, die keine Gicht hatten.  In Deutschland berichtete die pharmazeutische Zeitung dar\u00fcber und Sie finden den Artikel  unter <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/mehr-genetik-als-ernaehrung\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/mehr-genetik-als-ernaehrung\/ <\/a>.  Eine genetische Mutation (Ver\u00e4nderung) hingegen wurde bei 23,7\u00a0% der Studienteilnehmer gefunden. Die Autoren der Studie schlossen daraus, &#8222;dass die Genetik einen deutlich h\u00f6heren Einfluss auf die Harns\u00e4ure-Spiegel habe als die Ern\u00e4hrung&#8220;, aber ist das tats\u00e4chlich wahr?<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem anderen Winkel betrachtet, haben manche Studienteilnehmer erh\u00f6hte Harns\u00e4urewerte (HSW), ob mit oder ohne genetischer Mutation. Die Mutation ist also unerheblich, denn 75\u00a0% der Teilnehmer hatten keine Mutation und zeigte trotzdem erh\u00f6hte HSW. Das bedeutet, wir sind nach der Auswertung der Studien und nach den Studien genauso schlau wie zuvor.  <\/p>\n\n\n\n<p>Bedeutet das nicht auch, dass die Modemedizin, nach wie vor keine Ahnung hat, warum manche Menschen erh\u00f6hte HSW haben und andere nicht? <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Auswertung l\u00e4sst viele Fragen offen<\/h4>\n\n\n\n<p>Wie viele Menschen ohne erh\u00f6hte HSW haben auch diese Mutation?  Ist die Mutation gleichm\u00e4\u00dfig verteilt bei M\u00e4nnern und Frauen?  Welche anderen Gewohnheiten haben Menschen mit erh\u00f6hten HSW gemeinsam? Es gibt fast 60.000 Studien zum Thema und ich gebe offen zu, dass ich sie nicht gelesen habe, aber ich habe mir einige Zusammenfassungen (Abstracts) angesehen.  Eine Studie zum Beispiel legt einen Verdacht nahe, dass hormonelle Ver\u00e4nderungen mit einem Gichtanfall im Zusammenhang stehen.  (https:\/\/europepmc.org\/article\/med\/7955603), dies wiederum passt zu den Symptomen, denn genau diese Symptome treten bei einer Prostata-St\u00f6rung ebenfalls auf &#8211; wenn man mehr als nur die Modemedizin gelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Aus ayurvedischer Sicht<\/h4>\n\n\n\n<p>Aus ayurvedischer Sicht sehen die Dinge anders aus:  Wir k\u00fcmmern uns nicht um erh\u00f6hte Harns\u00e4urewerte, da diese an sich keinen Krankheitswert haben. Die Gichterkrankung, wie jede andere Erkrankung ist ein Ungleichgewicht der Doshas (dieses Konzept k\u00f6nnen Sie in jedem Ayurwedabuch nachlesen, aber es bedarf vieler Jahre Studium, um es zu verstehen), einer Blockade bestimmter Shrotas (Leitungsbahnen), eine fehlende Umsetzung oder ein Mangel gewisser N\u00e4hrstoffe. Eine Disposition zu Gicht erkennt der geschulte Vaidya anhand der Pulsdiagnose.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Gicht findet sich hohes Vata und Pitta, Vata wird gegen die Knochen gedr\u00fcckt. Rakta Vaha Shrota (also die Leitungsbahn des Blutes) ist nicht frei. Vata ist nicht an seinem angestammten Platz, sondern wandert im K\u00f6rper herum. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Behandlung muss also mit der Beruhigung von Vata Dosha beginnen und mit einer Reduzierung von Pitta Dosha. Ein akuter Gichtanfall wird durch Reinigungsma\u00dfnahmen und gezieltem Aderlass behandelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig sind t\u00e4gliche Meditationen, Atem\u00fcbungen und leichte Bewegung, um Vata zu beruhigen. Anstrengung in hei\u00dfem Wetter, soll au\u00dferdem m\u00fcssen vermieden werden, denn dies w\u00fcrde Pitta erh\u00f6hen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Ern\u00e4hrungsempfehlungen sorgen daf\u00fcr, dass Rakta Vaha Shrotas frei bleibt und gut gen\u00e4hrt wird. (Ayurveda sieht Gicht also eher als einer Erkrankung des Blutes als der Niere.) Dies wird unterst\u00fctzt durch 1 TL Rizinus\u00f6l mit zwei Prisen Ingwerpulver in warmen Wasser t\u00e4glich vor dem zu Bett gehen und einem Teel\u00f6ffel Kurkuma in einem Glas Gerstenwasser zweimal t\u00e4glich. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt hochwirksame Medikamente, die einen akuten Gichtanfall heilen. So wird zum Beispiel gegen den Schmerz Pain Mukti MJ verabreicht.  Um die Verdauung zu verbessern, die Entz\u00fcndung in den Gelenken zu heilen, Aama auszuscheiden, die Bewegung von Vata zu korrigieren, Agni zu verbessern und gleichzeitig \u00fcbersch\u00fcssiges Pitta zu reduzieren, die Knochen zu n\u00e4hren wird Sandhiyog verordnet. Uriton hilft der Auscheidung der \u00fcbersch\u00fcssigen Abfallprodukte. Surudhay wird verordnet, um den Stress zu lindern, den unzul\u00e4ssigen Druck auf das Herz zu vermindern und st\u00e4rkt den Herzmuskel. <\/p>\n\n\n\n<p>Ayurweda versucht also, direkt die Ursache der Erkrankung zu behandeln, ohne sich unn\u00f6tig mit dem &#8222;Warum&#8220; aufzuhalten oder die Laborwerte zu versch\u00f6nern. <\/p>\n\n\n\n<p>Sollten Sie erh\u00f6hte Harns\u00e4urewerte haben, achten Sie verst\u00e4rkt auf eine gute Balance zwischen Ruhe und Stress, eine gute Verdauung ohne Bl\u00e4hungen, Verstopfung oder Schweregef\u00fchl, auf t\u00e4gliche Bewegung. Regen Sie sich nicht so viel auf und achten Sie auf Ihr Herz, indem Sie Liebe zulassen und alten Liebeskummer ausheilen.  Meditieren Sie t\u00e4glich.  Das alles hilft nicht nur Gicht vorzubeugen, sondern vielen, vielen anderen Erkrankungen ebenfalls.  <\/p>\n\n\n\n<p>Wie sagen wir in Bayern? &#8211; Die beste Krankheit taugt nichts! Also bleiben Sie gesund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das British Medical Journal (BMJ) ver\u00f6ffentlichte im Jahr 2018 eine Metaanalyse (d. h. Ergebnisse andere Studien werden neu ausgewertet und miteinander verglichen) aus Neuseeland, die feststellte, dass erh\u00f6hte Harns\u00e4urewerte bei Gesunden, im Alter zwischen 30 und 59 Jahren, in nur weniger als 1\u00a0% der F\u00e4lle auf Ern\u00e4hrung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. 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