Wort zum 21. Dezember

Heute ist „solstitium“ (lat.) oder „ηλιοστασιον“ (gr. Iliostasion) was soviel heißt wie Stillstand der Sonne.  Auf der Nordhalbkugel, ist es der kürzeste Tag des Jahres – erst um 8 Uhr geht die Sonne auf und schon um 16 Uhr wieder unter*. Die Sonne steht so tief am Himmel wie an keinem anderen Tag des Jahres.

Schon in der Steinzeit waren Menschen in der Lage diesen Tag zu kartieren. Für Naturvölker, die auch unsere Ahnen waren, liegt es natürlich nahe den Tag der wiederkehrenden Sonne zu feiern, doch heute, in der Zeit der Elektrizität, wird dem Tag kaum Beachtung geschenkt. Er wird von der Weihnachtszeit geschluckt, nur trotzdem feiern wir mit Lichter, auch wenn wir die wahre Bedeutung des Festes nicht mehr zu kennen scheinen.  Ich möchte den Tag mit einem kleinen Gedicht ehren:

Sonnenwende, komm und ende
alles Dunkel, mach uns frei!
Wende ab den Schlaf der Satten,
wende ab den Tod der Schatten,
wende ab die Nacht der Träume,
sende Licht in alle Räume!

(Karl Schüler)

*(In Angaston, Südaustralien hingegen ist der Sonnenaufgang heute um 4:58 Uhr und Sonnenuntergang um 19:26 Uhr – ohne Sommerzeit.)

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